Lohn vs. Dividende

Bild_JOSeit dem die revidierte Dividendenbesteuerung in Kraft ist, entscheiden sich viele Firmeninhaber, eine möglichst hohe Dividende auszuzahlen und reduzieren im Gegenzug ihren Lohn. Das kann nachteilige Folgen für die Altersvorsorge haben.

Seit der Einführung der Unternehmenssteuerreform II im Jahr 2009 werden Dividenden nur teilweise besteuert. Diese steuerliche Entlastung verleitet viele Unternehmer zum Bezug eines möglichst tiefen Lohns und zu einer maximalen Dividendenausschüttung.

Dabei wird ausser Acht gelassen, dass ein zu tiefer AHV-Lohn auch grosse Nachteile mit sich bringt. So führt ein reduzierter AHV-Lohn automatisch auch zu einem tiefen versicherbaren Lohn bei den Sozialversicherungen und damit verbunden, zu geringeren Vorsorgeleistungen bei Tod und Invalidität. Zudem verspielt man mit einer zu starken Lohnreduktion die Möglichkeit, dank freiwilligen Einkäufen im Rahmen einer gut ausgebauten Kadervorsorge das steuerbare Einkommen zu reduzieren. Last but not least unterliegt das angesparte Vorsorgeguthaben bei einer Pensionskasse bis zur Auszahlung weder einer Vermögens- noch einer Einkommenssteuer (Zinserträge usw.).

Unternehmer müssen bei ihrer Steuer- und Vorsorgeplanung das Dividendenprivileg so einsetzen, dass mit der gezielten Kombination von AHV-Lohn und Dividende sowie freiwilligen Pensionskasseneinkäufen im Rahmen einer Kadervorsorge ein maximaler Mehrwert erzielt werden kann.

Optimierung der Anlagestrategie

Mark.HuberZurzeit sollten Obligationen angesichts der tiefen Renditen sowie der Kursrisiken im Portfolio möglichst tief gewichtet werden. Dies ist auch im Vorsorgedepot trotz der strengen BVV2-Vorschriften machbar. Hier mein Musterportfolio: 40% werden in Aktien mit möglichst hohen Dividenden investiert, 10% in Alternativen Anlagen, 20% in Immobilienfonds und lediglich 20% in Obligationen. Maximal 10% können neuerdings in eine Eigenhypothek investiert werden. Dabei handelt es sich um eine vom Gesetzgeber erlaubte Optimierungsmöglichkeit bei der Bewirtschaftung der Vorsorgegelder. Der Schuldzins wird dem Versicherten in Rechnung gestellt und steuerlich als normaler Kredit- bzw. Liegenschaftenaufwand behandelt. Beim Vorsorgedepot des Versicherten fliesst dieser einbezahlte Zins als steuer-freier Ertrag zu. Ausserdem kann die Fremdwährungslimite von 30% ausgeschöpft werden. Wie Dr. Felix Brill, Chefökonom und Partner Wellershoff & Partners Ltd. am Seminar von PensExpert ausführte, könnte sich der Franken nach der Aufgabe der Eurobindung wieder normalisieren. Seiner Meinung nach dürfte der Franken in ein bis zwei Jahren zum Euro wieder gegen 1.20 tendieren. Für den Euro spricht die Tatsache, dass sich die Konjunkturstimmung in der Eurozone hebt und die Wirtschaft scheinbar anzieht. Eurolandaktien sollten davon ebenfalls profitieren.

Ausbildungsbedarf in der Vorsorgewelt

Die Vorsorgeplanung wird immer kniffliger. Nicht nur wegen der sinkenden Renditeerwartungen und steigenden Risiken an den Kapitalmärkten. Auch wegen der wachsenden Regulierungsdichte und der damit steigenden Komplexität. Immer mehr Vorsorgekunden sind überfordert und benötigen Beratung. Die Ansprüche an die Vorsorgeberater steigen. Um ihre Kunden stets kompetent zu unterstützen, müssen sie sich noch mehr auf dem Laufenden halten und sich weiterbilden. Dies zeigt sich denn auch an den regelmässig durchgeführten Seminaren von PensExpert, an denen ausgewiesene Vorsorge-, Anlage- und Steuerexperten aktuelle Probleme und Fallbeispiele präsentieren und diskutieren. In diesem Jahr konnten als externe Referenten Dr. Felix Brill, Chefökonom und Partner Wellershoff & Partners sowie Samuel Görner, juristischer Mitarbeiter der Eidgenössischen Steuerverwaltung gewonnen werden. Allein die Anlässe in Luzern, Zürich und Basel wurden von insgesamt rund 200 Vorsorgeprofis besucht. Im Herbst Anlass in Lausanne werden weitere 100 Spezialisten erwartet. Der Andrang zeigt, dass derartige Veranstaltungen einen bedeutenden Mehrwert bringen. Wir werden deshalb unser Informationsangebot verstärkt pflegen und noch ausbauen. Neben den Seminaren, unserem Newsletter PensCheck und der Website informieren wir Sie neu auch auf diesem Blog. Hier schalten wir regelmässig News und Meinungen von Experten aus unserem Haus sowie dem breiteren Netzwerk auf. Wir wünschen Ihnen viel Spass bei der Lektüre und nehmen von Ihnen gerne Anregungen, aber auch konstruktive Kritik entgegen.