Vorsorge- und Nachfolgeoptimierung dank Beletage – Teil 3

Finanzoptimierung in der beruflichen Vorsorge

Eine Kadervorsorge bietet flexible Anlagemöglichkeiten und erhebliche Steueranreize. Auch hier gilt eine Einschränkung, wie in der gesamten beruflichen Vorsorge: Diese Gelder sind grundsätzlich bis zur Pensionierung gebunden, also blockiert.

In einzelnen Ausnahmefällen können sie früher bezogen werden; dort, wo eine hohe Liquidität benötigt wird: zur Finanzierung einer selbstständigen Erwerbstätigkeit als Personengesellschaft, zur Finanzierung von Wohneigentum sowie unter bestimmten Auflagen bei einer definitiven Auswanderung. Ausserdem im Todesfall, von den Nachkommen. Liquidität und/oder Anlagevermögen, welche für direkte Erbberechtigte reserviert sind, können also durchaus in die eigene zweite Säule investiert werden, sofern die Stiftung auch die Rückgewähr der freiwilligen Einkäufe im Todesfall gewährleistet.

Aufgrund der Bindung der Gelder ist es also wichtig, nur liquide Mittel in das BVG-System einzuzahlen, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit weder privat noch unternehmerisch vor der Pensionierung benötigt werden. Anderseits ist es von Vorteil, nicht benötigte Mittel so weit wie möglich in die zweite Säule zu investieren, um die Altersvorsorge zu stärken und von Steuerabzügen zu profitieren. Je höher der gemeldete Lohn und die planmässigen Sparbeiträge festgelegt werden, umso höhere Einkaufslücken können aus finanziert werden. Für Unternehmer und Partneraktionäre kann es sich fallweise lohnen, die Dividende der eigenen Firma zugunsten höherer Löhne zu kürzen, obwohl die Dividende ab einer Zehn-Prozent-Beteiligung ebenfalls steuerprivilegiert behandelt wird.

Es empfiehlt sich, zuerst die Einkaufslücken in einer separaten Kadervorsorge zu füllen, da diese individuelle Anlage- und bessere Renditemöglichkeiten bieten kann. Zudem findet bei einem zeitgemässen Vorsorgeplan im Gegensatz zur Basisvorsorge keine Verrechnung zwischen allfälligen Todesfallleistungen und vorhandenem Alterskapital statt. Immer beachtet werden muss, dass drei Jahre vor einem Bezug der Kapitalleistungen keine Einkäufe mehr getätigt werden können. Damit fehlt in diesen drei Jahren eine bedeutende Steuersparoption, weshalb mit einer steigenden Steuerlast gerechnet werden muss. Um diesen Effekt zu mindern, könnten Arbeitszeit und Lohn durch Teilpensionierungsschritte gesenkt werden. Allenfalls kann in dieser Phase der Lohn zugunsten einer höheren Dividende gekürzt werden.

Bei einer durchdachten Planung und Umsetzung der Vorsorge sollten nach der Pensionierung keine Liquiditätsengpässe auftreten. Bei der Kadervorsorge kann das meist in Wertschriften gehaltene Alterskapital 1:1 ins Privatvermögen überführt werden. Der laufende fixe Lebensunterhalt wird oft aus den Renten der AHV sowie der Basispensionskassen finanziert, während der variable Bedarf über den nahezu steuerfreien Verzehr des nun privaten Kapitals sichergestellt wird. Es lohnt sich, einen Pensionskassenspezialisten für die Gestaltung und Umsetzung einer massgeschneiderten, ganzheitlichen Vorsorgelösung beizuziehen.

Vorsorge- und Nachfolgeoptimierung dank Beletage – Teil 2

Steuerersparnisse sind auch Rendite

Keine oder gar negative Zinsen und hohe Schwankungen bei den Aktienkursen machen es dem Anleger schwer mit seinem Geld ohne erhöhte Risiken angemessene Erträge zu erwirtschaften. Im Gegensatz dazu bieten freiwillige Einkäufe in die berufliche Vorsorge ein überzeugendes Chancen-Risiko-Profil: Vergleicht man das effektiv einbezahlte Kapital (nach Steuern) mit der Kapitalauszahlung bei der Pensionierung (nach Steuern), ergeben sich je nach Anlagedauer Nettorenditen, welche mit der langjährigen realen Wertzunahme von Schweizer Aktien von rund 7,5% problemlos mithalten können.

Hohe Selbstbestimmung bei Kaderlösungen
Bei der Zusatzvorsorge für Kader kann gerade mit 1e-Vorsorgeplänen für Löhne ab Fr. 126‘900.- p.a. gezielt und flexibel auf die Bedürfnisse des einzelnen Versicherten sowie des Unternehmens eingegangen werden. Dies gilt für die Wahl der Sparbeiträge, die Wahl der Anlagestrategie, die Höhe der Einkaufskapazität und somit des Steueroptimierungspotentials. Im Weiteren wird jedem Versicherten sein tatsächlich erzielter Anlageerfolg gutgeschrieben und es findet keine Quersubventionierung vom überobligatorischen zum obligatorischen Teil der Vorsorge statt.

Einkaufslücken schliessen
Einkäufe in die Kadervorsorge werfen zusätzlich zur Steuerersparnis attraktive Anlagerenditen ab. Wer in eine Anlagestrategie mit 45% Aktienanteil investierte, erzielte in den vergangenen fünf Jahren rund 6% netto p.a. und über zehn Jahre waren es trotz teilweise negativer Anlagejahre immer noch rund 3% netto p.a. In der obligatorischen Basispensionskasse wurden Einkäufe im Schnitt der letzten fünf Jahre mit 1,6% und über zehn Jahre mit 1,9% verzinst. Es ist also von Vorteil, zuerst Einkaufslücken in der Kadervorsorge zu schliessen und erst danach in der Basispensionskasse.

Viele Unternehmer beziehen aufgrund der privilegierten Besteuerung mehr Dividende und weniger Lohn. Dabei wäre der Lohnbezug oft attraktiver. Denn je höher der gemeldete Lohn bei der Kadervorsorge, umso höhere planmässige Sparbeiträge können einbezahlt und vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Unter dem Strich ergeben sich so für den Unternehmer oft höhere Bezüge nach Steuern. Es lohnt sich, Einkaufslücken vor allem dann zu schliessen, je näher das Pensionierungsdatum rückt. Allerdings wird dies steuerlich nur bis drei Jahre vor dem Zeitpunkt des Kapitalbezugs akzeptiert.

Einkäufe gezielt auf Basis- und Kadervorsorge verteilen

Blog_ALFreiwillige Einkäufe in die Pensionskasse bieten ein markantes Steuersparpotential und sollten jedes Jahr umsichtig geplant werden. Dabei muss nicht nur ein optimaler Betrag festgelegt werden, sondern beim Splittingmodell auch entschieden werden, ob der Einkauf bei der Basis- und/oder Zusatzvorsorgeeinrichtung erfolgen soll. Ich empfehle aber in jedem Fall, den aktuellen Deckungsgrad und insbesondere die technische Verzinsung vorher genau zu prüfen. Bei einem zu hohen technischen Zins würde ich mit Einkäufen eher vorsichtig sein. Denn je höher eine Pensionskasse den technischen Zins festlegt, desto weniger Kapital muss die Vorsorgeeinrichtung für ihre Verpflichtungen reservieren. Liegt aber die effektiv im Anlagemarkt erzielte Rendite unter dem technischen Zinssatz, führt dies zu einer Verschlechterung des Deckungsgrades oder zu einer Unterdeckung. Darüber hinaus ist der Versichertenstruktur bzw. dem Verhältnis der Aktiven zu den RentnerInnen Beachtung zu schenken.

Bei PensFlex hat jeder einzelne Versicherte dank der freien Anlagestrategiewahl seinen eigenen Deckungsgrad. Bei der Bewirtschaftung des Vorsorgeguthabens bestehtzwischen den Versicherten respektive den angeschlossenen Firmen keine Solidarität und der technische Zins beträgt tiefe 1 Prozent. Bei PensFlex werden die Versicherten nach einem freiwilligen Einkauf nicht plötzlich mit Unterdeckungsfragen und Sanierungsbeiträgen konfrontiert. Allerdings empfehlen wir grundsätzlich bei Pensflex die Kapitalauszahlung als Altersleistung. Die Basis-Pensionskasse hat in der Regel einen höheren Umwandlungssatz, bezahlt also höhere Renten. Mit einer wohlüberlegten Einkaufspolitik kann also sowohl die Höhe der Rente wie auch die Höhe der Kapitalauszahlung gesteuert werden. Aber Vorsicht: Zwischen dem zuletzt getätigten und jeglichem Kapitalbezug besteht eine dreijährige Sperrfrist konsolidiert über die gesamte 2. Säule betrachtet. Wird diese nicht eingehalten, wird die Steuerbehörde den gewährten Steuerabzug nicht akzeptieren und den Einkauf wieder aufrechnen.

Lohn vs. Dividende

Bild_JOSeit dem die revidierte Dividendenbesteuerung in Kraft ist, entscheiden sich viele Firmeninhaber, eine möglichst hohe Dividende auszuzahlen und reduzieren im Gegenzug ihren Lohn. Das kann nachteilige Folgen für die Altersvorsorge haben.

Seit der Einführung der Unternehmenssteuerreform II im Jahr 2009 werden Dividenden nur teilweise besteuert. Diese steuerliche Entlastung verleitet viele Unternehmer zum Bezug eines möglichst tiefen Lohns und zu einer maximalen Dividendenausschüttung.

Dabei wird ausser Acht gelassen, dass ein zu tiefer AHV-Lohn auch grosse Nachteile mit sich bringt. So führt ein reduzierter AHV-Lohn automatisch auch zu einem tiefen versicherbaren Lohn bei den Sozialversicherungen und damit verbunden, zu geringeren Vorsorgeleistungen bei Tod und Invalidität. Zudem verspielt man mit einer zu starken Lohnreduktion die Möglichkeit, dank freiwilligen Einkäufen im Rahmen einer gut ausgebauten Kadervorsorge das steuerbare Einkommen zu reduzieren. Last but not least unterliegt das angesparte Vorsorgeguthaben bei einer Pensionskasse bis zur Auszahlung weder einer Vermögens- noch einer Einkommenssteuer (Zinserträge usw.).

Unternehmer müssen bei ihrer Steuer- und Vorsorgeplanung das Dividendenprivileg so einsetzen, dass mit der gezielten Kombination von AHV-Lohn und Dividende sowie freiwilligen Pensionskasseneinkäufen im Rahmen einer Kadervorsorge ein maximaler Mehrwert erzielt werden kann.