Stiftungssitz Schwyz ist und bleibt interessant

Der Nationalrat wollte, dass das ausbezahlte Freizügigkeitsguthaben neu am Ort des letzten Schweizer Wohnsitzes statt wie heute am Sitz der Stiftung besteuert werden soll. Das wurde verhindert: Der Ständerat will an der Art und Weise, wie Freizügigkeitsguthaben von Auswanderern beim Bezug besteuert werden, nichts ändern. Er hat die entsprechende parlamentarische Initiative aus dem Nationalrat abgelehnt. Der Vorstoss ist damit vom Tisch. Damit dürfte bei diesem Thema für längere Zeit Ruhe und somit Planungssicherheit eingekehrt sein. Für Auswanderer, die ihre Vorsorgegelder beziehen wollen, bleibt der Stiftungssitz für die Besteuerung massgebend. Bei solchen Barauszahlungen kennt der Kanton Schwyz die schweizweit tiefste Quellensteuerbelastung (maximal 4,8 Prozent). Für PensFree und Independent Kunden mit Wohnsitz im Ausland oder Vorsorgenehmer mit Auswanderungsplänen besteht deshalb kein Handlungsbedarf.

Steuerfallen bei der Kadervorsorge und Vorsorgeausgleich im Scheidungsfall

Lazzarini Mario 2011Die grosszügige Gewährung von steuerlichen Anreize führen zu einem starken Ausbau der Kadervorsorge. Die Ausschöpfung dieser legitimen steuerlichen Anreize ist  völlig legitim, doch müssen bestimmte Grenzen bzw. Regeln strikt eingehalten werden. Denn sonst zeigen die Steuerbehörden schnell die rote Karte, was unangenehme und oft teure Folgen haben kann. Gerade Kleinunternehmen, die von einem oder wenigen Aktionären kontrolliert werden, und wenig Erfahrung mit Vorsorgesystemen haben, laufen Gefahr, in Vorsorgefallen zu tappen. Wichtig ist, dass die Vorsorgepläne Arbeitnehmeraktionäre und Nahestehende gegenüber an der Gesellschaft nicht beteiligten Mitarbeiter nicht bevorzugen. Bei der Gestaltung der Kadervorsorge gilt es, das Prinzip der Kollektivität, der Gleichbehandlung sowie der Planmässigkeit einzuhalten. Andernfalls vermuten die Steuerbehörden eine verdeckte Gewinnausschüttung, was in der Folge die angestrebten steuerlichen Einsparungen mehr als zunichte machen kann.

Auch in Spezialsituationen wie Trennung und Scheidung müssen bei der Steuerplanung bestimmte Regeln eingehalten werden. In solchen Fällen werden die Pensionskassenvermögen der beiden Ex-Eheleute geteilt, wobei in der Regel beim ausgleichspflichtigen Partner eine sogenannte Scheidungslücke entsteht. Diese darf er auffüllen und vom steuerbaren Einkommen in Abzug bringen ohne dass die dreijährige Kapitalbezugssperre eingehalten werden muss. So wies Samuel Görner, juristischer Mitarbeiter von der Eidg. Steuerverwaltung, bei einem kürzlichen Anlass von PensExpert darauf hin, dass zuerst die Scheidungslücke geschlossen werden muss, bevor allfällige reguläre Einkäufe getätigt werden. Der Versicherte kann also nicht frei wählen, ob er zuerst die regulären Einkaufslücken oder die Scheidungslücke füllt. Ähnliche Regeln gelten auch beim Vorbezug einer Wohneigentumsförderung (WEF). Auch hier muss zuerst der WEF-Vorbezug zurückbezahlt werden, bevor ordentliche, vom steuerbaren Einkommen absetzbare  Einkäufe getätigt werden. Scheidungslücken hingegen dürfen auch steuerwirksam geschlossen werden wenn ein WEF-Vorbezug besteht.