Die Auswanderung richtig planen

Ein Interview mit Martin Kaufmann, CEO und Gründer von Emigration Now

In einer globalisierten Welt sind immer mehr Erwerbstätige und Altersrentner bereit, ihren Wohnort vorübergehend oder definitiv ins Ausland zu verlegen. EMIGRATION NOW mit Sitz in Zürich ist eine erfahrene Beratungsfirma für sämtliche Auswanderungsthemen. Ihr Gründer Martin Kaufmann steht Rede und Antwort, welche steuerrelevanten Aspekte bei einer Auswanderung zu berücksichtigen sind.

Herr Kaufmann, zusammen mit Ihrem Team beraten Sie jährlich viele Auslandabreisende. Welche wichtigen Themen gehen bei Ihren Kunden oftmals vergessen oder werden unterschätzt?

Wir sorgen dafür, dass sich unsere Kunden mit allen wichtigen Auswanderungsaspekten umsichtig auseinandersetzen. Generell werden aber speziell die bürokratischen Aufwendungen der Wohnsitzverlegung, die Pre-Immigration-Steuerplanung, die wegzugsbedingte Neuausrichtung von Vermögendispositionen sowie – sehr häufig – die Nachlassplanung unterschätzt.

Welche Abreisedestinationen sind zurzeit am beliebtesten?

Hier drängt sich die Unterscheidung zwischen Auswanderung mit und ohne Erwerbstätigkeit auf. Für Erwerbstätige sind unsere Nachbarländer, die USA, Grossbritannien, die Wirtschaftszentren Asiens sowie Australien die Top-Destinationen. Privatiers und Pensionäre zieht es vornehmlich nach Deutschland und Frankreich, gefolgt von Italien, Spanien und Österreich. Dank eines attraktiven Steuerprogramms liegt aktuell Portugal im Trend. In ferneren Gefilden locken insbesondere die USA und Kanada, Südafrika sowie Thailand.

Ist der Steuersitz Kanton Schwyz beim Kapitalbezug der Vorsorgegelder in jedem Fall eine lohnenswerte Adresse? Oder sind bei der Besteuerung der Vorsorgegelder noch weitere Aspekte zu beachten?

Ausser bei Kleinstguthaben sind im Kanton Schwyz die geringsten Quellensteuerbelastungen anzutreffen. Wer in ein Land zieht, das schweizerische Kapitalbezüge nicht besteuert, kann daher durch den Transfer erhebliche Steuerersparnisse erzielen. In vielen der populärsten Auswanderungsdestinationen werden die Kapitalbezüge aber besteuert. Handelt es sich dabei um ein Land, das mit der Schweiz ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) führt und wo die Schweiz bei dortigem Wohnsitz eine Quellensteuerrückerstattung zulässt, dann spielt der Umweg via Kanton Schwyz steuerlich keine wesentliche Rolle. Eminent wichtig: Auswanderer sollten sich immer als Erstes über die Besteuerungsmodalitäten im Zielland informieren.

Bei Wohnsitz in Deutschland werden die überobligatorischen PK-Gelder beim Kapitalbezug vom Deutschen Fiskus kaum noch besteuert. Was war der Auslöser für diese Änderung?

Ein Urteil des deutschen Bundesfinanzhofes statuierte 2015 im Wesentlichen, dass Leistungen aus dem schweizerischen BVG-Überobligatorium steuerlich analog zu kapitalbildenden Lebensversicherungen zu behandeln seien. Kapitalleistungen können demnach steuerfrei (sofern die BVG-Deckung vor 2005 etabliert wurde und mindestens 12 Jahre bestand) oder mit geringen Belastungen vereinnahmt werden. Renten, die auf dem Überobligatorium basieren, sind dagegen nur mit geringen, altersabhängigen Besteuerungsanteilen erfasst. Deutschland ist somit für viele BVGLeistungsbezüger zum Steuerparadies mutiert.

Zwischen der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA). Die Schweizer Quellensteuer kann gemäss diesem DBA zurückgefordert werden. Somit ist die Nullbesteuerung der überobligatorischen PK-Guthaben praktisch Fakt! Ist dieser paradiesische Zustand nachhaltig oder ist eine Anpassung des DBA nur noch eine Frage der Zeit?

Die deutschen Regelungen werden Bestand haben. Denkbar ist indes, dass die Schweiz Massnahmen bezüglich der Quellensteuerrückerstattung ergreifen könnte. Die doppelte Nullbesteuerung von BVG-Kapitalbezügen ist der Eidgenössischen Steuerverwaltung ein Dorn im Auge.

Wie ist die Besteuerung von Vorsorgeguthaben bei einem Wegzug nach Italien oder Frankreich geregelt? Ist gemäss DBA eine Rückforderung der Quellensteuer auch vorgesehen?

Lange Zeit wurden Schweizer Kapitalbezüge in Italien regional uneinheitlich erfasst. Dieser Missstand wurde unlängst durch eine pragmatische Lösung behoben: Schweizer Renten und Kapitalbezüge werden nunmehr mit nur 5 % belastet. In Frankreich kann unter genau definierten Umständen (u.a. keine Teilbezüge) eine Nettosteuer von 6,75 % resultieren, ansonsten droht eine Einkommenssteuerbelastung von bis zu 45 %. Nach entsprechender Versteuerung in den beiden Ländern kann die kantonal erhobene Quellensteuer zurückverlangt werden.

Für den Alterskapitalbezug nach Deutschland

Andreas Blattner ist Niederlassungsleiter bei der PensExpert in Basel

Schweizer Vorsorgegelder können in Deutschland neuerdings zum Teil steuerfrei bezogen werden. Dies sind gute Nachrichten für Personen, welche in die Schweizer Berufsvorsorge einzahlen und den Ruhestand in Deutschland geniessen wollen. Wie immer muss allerdings das Kleingedruckte genau gelesen werden.

 

Gemäss einem Urteil des deutschen Bundesfinanzhofs sind ab sofort Kapitalauszahlungen aus der überobligatorischen beruflichen Schweizer Vorsorge in Deutschland weitgehend von der Besteuerung befreit. Komplett steuerfrei sind sie, wenn der Beziehende vor dem 1. Januar 2005 in das Schweizer Vorsorgesystem eingetreten ist und die Mitgliedschaft im Auszahlungszeitpunkt mindestens zwölf Jahre ununterbrochen bei derselben oder nacheinander bei verschiedenen Pensionskassen bestanden hat. Bei einem späteren Eintritt in das Schweizer Vorsorgesystem unterliegt die Differenz zwischen Kapitalleistung und einbezahlten Beiträgen (Performance und Kapitalerträge) zu hundert Prozent, bei einem Bezug nach Vollendung des 60. Altersjahres zu 50 Prozent der individuellen Einkommenssteuer. Das Vorsorgevermögen aus dem Überobligatorium sollte als steuerfreies Kapital und nicht als Rente bezogen werden. Denn Rentenleistungen aus der überobligatorischen beruflichen Vorsorge unterliegen mit einem gesetzlich festgelegten Ertragsanteil der individuellen Einkommenssteuer. Der prozentuale Ertragsanteil variiert je nach Alter des Rentenbezügers zwischen neun und 59 Prozent. Das Pensionskassenvermögen aus der obligatorischen beruflichen Vorsorge kann sowohl als Rente als auch als Kapital bezogen werden. Steuerlich gesehen wird beides gleich behandelt.

 

Beide Bezugsformen unterliegen weiterhin dem im Auszahlungsjahr gesetzlich festgelegten Besteuerungsanteil (2017: 74 Prozent) der individuellen Einkommenssteuer. Von dieser günstigen Rechtsprechung können auch auswanderungsfreudige Schweizer profitieren. Bei der Auszahlung wird eine Quellensteuer erhoben, die aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen der Schweiz und Deutschland zurückgefordert werden kann. Entscheidend ist das Timing: An dem Tag, an dem die Kapitalleistung fällig wird, muss der zivil- und steuerrechtliche Wohnsitz bereits nach Deutschland verlegt worden sein. Frühzeitiges Planen lohnt sich. Zudem müssen deutsche Grenzgänger beziehungsweise deren Pensionskassen und Arbeitgeber einige neue steuerliche Bestimmungen beachten: Rückwirkend zum 1. Januar 2016 muss bei der deutschen Steuererklärung angegeben werden, wie die Arbeitgeber und auch die Arbeitnehmerbeiträge der beruflichen Vorsorge in einen obligatorischen und überobligatorischen Teil aufzuteilen sind. Um Rückfragen zu vermeiden, sollten Schweizer Arbeitgeber den von ihnen beschäftigten Grenzgängern eine separate Bescheinigung als Beilage zum Schweizer Lohnausweis über die bezahlten Sozialversicherungsbeiträge ausstellen.

 

 

Offene Steuerbaustellen in der 2. Säule

Max Ledergerber

Max Ledergerber war bis 2016 Mitglied der Arbeitsgruppe Vorsorge bei der Schweizerischen Steuerkonferenz; er arbeitet heute als selbständiger Steuerberater

Die Altersreform 2020 sah nicht nur vorsorgerechtliche, sondern auch verschiedene fiskalische Änderungen vor. Nach der Ablehnung durch das Volk bleibt unklar, ob und wann diese Steuerthemen wieder auf den Tisch kommen. Der Steuerexperte Max Ledergerber nimmt zu drei wichtigen Themen Stellung.

 

Selbständigerwerbende

Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Es gibt immer mehr Selbständigerwerbende ohne eigenes Personal oder Berufsverband. Gemäss dem beruflichen Vorsorgegesetz können sich solche Selbständige nur noch der Auffangeinrichtung anschliessen. Die Altersreform wollte das ändern. Wird der Fiskus diese strenge Handhabung nach der Ablehnung des Reformpaketes aufrecht erhalten?

Die Änderung sah vor, dass sich ein Selbständigerwerbender auch einer anderen Vorsorgeeinrichtung anschliessen kann. Der Botschaft zur Gesetzesänderung konnte aber auch entnommen werden, dass mit dieser Möglichkeit keine neue «À-la-carte-Versicherung» für Selbständigerwerbende entstehen soll. Vielmehr müsse der Grundsatz der Kollektivität stets eingehalten werden.

Fazit

Eine weitere Öffnung wäre für die Selbständigerwerbenden wünschenswert. Ansonsten bleibt nur der Zwang, eine juristische Person (GmbH, AG) zu gründen. Als Angestellter seiner eigenen Firma ist der Firmeninhaber obligatorisch BVG-versichert. In diesem Fall kann er sich auch als einziger Versicherter einer Sammeleinrichtung anschliessen («virtuelle Kollektivität»). Es ist nicht einzusehen, weshalb diese «virtuelle Kollektivität» nicht auch für Selbständigerwerbende gelten kann.

 

Scheidungseinkauf und Sperrfrist 

Bei Einkäufen in die Pensionskasse gilt für Kapitalbezüge eine dreijährige fiskalische Sperrfrist. Diese Regelung gilt aber nicht für Scheidungseinkäufe. Trotzdem hat es in letzter Zeit Kantone gegeben, welche die dreijährige Sperrfristregelung auch bei Scheidungseinkäufen angewendet haben. Die Altersreform 2020 wollte Klarheit schaffen, d.h. keine Sperrfrist bei Scheidungseinkäufen. Werden nach dem Nein an der Urne noch mehr Kantone diese Sperrfrist verlangen?

Im Urteil vom 18.7.2016 gelangte das Bundesgericht zum Schluss, dass die dreijährige Kapitalbezugssperre nach einem Einkauf nicht nur aus vorsorgerechtlicher, sondern auch aus steuerrechtlicher Sicht grundsätzlich nicht auf Wiedereinkäufe nach einer Scheidung anwendbar ist. Allerdings hielt es fest, dass die Prüfung einer Steuerumgehung im Einzelfall vorbehalten bleibt. So wurde im erwähnten Fall der darlehensfinanzierte Einkauf der Scheidungslücke – 14 Jahre nach der Scheidung – mit kurz darauf erfolgendem Kapitalbezug als Steuerumgehung beurteilt. Der Wiedereinkauf wurde steuerlich nicht zum Abzug zugelassen. Demgegenüber kam das Bundesgericht im Urteil vom 14.6.2017 bei einer Scheidung im Jahr 2007 und zeitnahen Wiedereinkäufen der Scheidungslücke zum Schluss, dass durch den Kapitalbezug im Jahr 2013 keine Steuerumgehung zu erblicken sei. Die Einkäufe der Jahre 2011 und 2012 wurden steuerlich zum Abzug zugelassen.

Fazit

Bei zeitnahen Wiedereinkäufen nach der Scheidung darf in der Regel keine Steuerumgehung angenommen werden. Bei länger zurückliegenden Scheidungen und Wiedereinkäufen der Scheidungslücke kurz vor der Pensionierung kann bei Kapitalbezügen eine Steuerumgehung geprüft werden.

 

Teilpensionierung und Anzahl Kapitalbezüge

Die Altersreform 2020 wollte auch beim Thema Teilpensionierung Klarheit schaffen und maximal drei Teilkapitalbezüge zulassen. Wie geht es bei diesem Thema weiter?

Es gibt bisher keine Rechtsprechung zur Frage, wie viele Kapitalbezüge bei Teilpensionierungsschritten zulässig sind. Nach der geltenden Praxis erlauben die meisten Kantone maximal zwei Kapitalbezüge. Bei mehreren Teilpensionierungsschritten sollte im Vordergrund stehen, dass diese nicht in erster Linie dem gestaffelten Bezug der Altersleistungen mit Brechung der Steuerprogression dienen, sondern aus betriebswirtschaftlicher Sicht des Unternehmens sinnvoll sind – und auch tatsächlich von einer entsprechenden Reduktion des Arbeitspensums begleitet werden. Entscheidend ist somit, dass die Teilpensionierung tatsächlich «gelebt» wird!

Fazit

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann nach meinem Dafürhalten auch ohne gesetzliche Grundlage eine schrittweise Pensionierung mit drei Kapitalbezügen nicht als Steuerumgehung bezeichnet werden.

 

Barauszahlung bei Auslandabreise

Beim Wegzug ins Ausland werden die Vorsorgegelder nicht am letzten Wohnort des Vorsorgenehmers, sondern am Sitz der Stiftung besteuert. Was gilt es zu beachten? Lorena Simeon – bei PensFree zuständig für die Abwicklung und Beratung von Barauszahlungen – beantwortet die 6 häufigsten Fragen.

 

1. Können die Vorsorgegelder bei einem Auslandwegzug auch in der Schweiz belassen werden oder muss eine Barauszahlung zwingend erfolgen?

Die Vorsorgegelder müssen nicht bezogen werden. Sie dürfen längstens bis zum 70. Altersjahr (Frauen 69. Altersjahr) in der Vorsorge belassen werden. Viele Kunden schätzen diesen sicheren Schweizer Hafen für ihre Altersvorsorge. Zusätzlich kommt noch der Steuervorteil dazu: keine Vermögens- und Einkommenssteuern, solange die Gelder bei einer Freizügigkeitsstiftung liegen.

 

2. Bei einem Wegzug in ein EU-Land vor dem Pensionierungsalter dürfen nur die überobligatorischen Vorsorgegelder als Barauszahlung bezogen werden. Ist das ein Vor- oder Nachteil bei der Besteuerung?

Die Freizügigkeitsstiftungen der PensExpert AG, PensFree und Independent, haben ihren Sitz beide im Kanton Schwyz, dem Kanton mit den schweizweit tiefsten Quellensteuersätzen. Dabei werden kleinere Vorsorgeguthaben weniger stark besteuert. So gesehen kann dieses Splitting sogar ein Vorteil sein.

 

3. Kann die Barauszahlung der Vorsorgegelder auch auf ein Privatkonto im Ausland erfolgen oder muss der Transfer auf ein Bankkonto in der Schweiz vorgenommen werden?

Gesetzlich ist ein Transfer auf ein ausländisches Bankkonto möglich. Wir empfehlen jedoch ganz klar die Überweisung auf ein Konto in der Schweiz. Die Vorteile: tiefere Bankgebühren und viel weniger Formalitäten.

 

4. Wann ist der frühest mögliche Auszahlungszeitpunkt?

Für die Organisation der Barauszahlung benötigen wir von der bisherigen Wohnsitzgemeinde eine Abmeldebestätigung inkl. Abreisedatum. Die Auszahlung der Vorsorgegelder kann frühestens einen Tag nach dem Wegzugsdatum erfolgen.

 

5. Welche Auswirkungen hat das neue Scheidungsrecht auf Barauszahlungen?

Bei verheirateten Personen (bzw. eingetragener Partnerschaft) müssen zwingend sämtliche Auszahlungsformulare (auch im Pensionierungsalter) vom Ehepartner mitunterzeichnet werden. Aus Gründen der Sorgfaltspflicht verlangen heute alle Stiftungen beglaubigte Unterschriften.

 

6. Wie wird die Kapitalauszahlung im Ausland fiskalisch behandelt?

Die Besteuerung ist sehr unterschiedlich. Wir empfehlen immer, dieses Thema mit einem lokalen Steuerberater zu klären.

 

Teil 2: Neue Steuervorschriften für deutsche Grenzgänger – Besteuerung der Leistungen aus der schweizerischen beruflichen Vorsorge

Der deutsche Fiskus besteuert Kapitalleistungen aus dem Schweizer Überobligatorium fast gar nicht mehr. Davon profitieren auch Schweizer, die den Ruhestand in Deutschland geniessen möchten. Frühes Planen lohnt sich: bei Bezug muss der Wohnsitz bereits in Deutschland gemeldet worden sein.

Kapitalleistungen aus dem Schweizer Überobligatorium werden vom deutschen Fiskus fast gar nicht mehr besteuert, so ein Entscheid des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe. Die Besteuerung fällt ganz weg, wenn der Eintritt in das Schweizer Vorsorgesystem vor dem 1.1.2005 erfolgte und eine Mitgliedschaft von 12 Jahren bestand. Diese Neuerung gilt im Übrigen nicht nur für Grenzgänger, sondern für jeden Arbeitnehmer in der Schweiz, der seinen Ruhestand in Deutschland geniessen möchte.

Das Vorsorgevermögen aus dem Überobligatorium sollte dabei als steuerfreies Kapital und nicht als Rente bezogen werden. Denn Rentenleistungen aus der überobligatorischen beruflichen Vorsorge unterliegen mit einem gesetzlich festgelegten Ertragsanteil der individuellen Einkommenssteuer. Der prozentuale Ertragsanteil variiert je nach Alter des Rentenbezügers zwischen 9% und 59%. Bei der Auszahlung des Kapitals wird eine Quellensteuer erhoben, die aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland zurückgefordert werden kann. Zu beachten ist aber, dass der zivil- und steuerrechtliche Wohnsitz bei Kapitalbezug bereits in Deutschland gemeldet sein muss.

Bei dem obligatorischen Vermögen kommt es hingegen nicht darauf an, in welcher Form die Vorsorgeleistung bezogen wird. Bezüge (sowohl als Renten- als auch als Kapitalbezüge) unterliegen weiterhin mit dem im Auszahlungsjahr gesetzlich festgelegten Besteuerungsanteil (74% im Jahr 2017) der individuellen Einkommenssteuer. Der Besteuerungsanteil ist für das Jahr des jeweiligen Rentenbeginns gesetzlich festgelegt, wobei der Prozentsatz für die Restlaufzeit der Rente konstant bleibt. Der Besteuerungsanteil beginnt im Jahre 2005 mit 50%, steigt bis 2020 im 2%-Schritten, danach in 1%-Schritten bis 2040. Ab 2040 werden die Renten zu 100% versteuert.