Pensionskassen und Staat profitieren von Infrastrukturanlagen!

Nationalrat Thomas Weibel regt mit einer Motion an, dass Pensionskassen verstärkt in Infrastrukturprojekte investieren können. Damit könnten die Vorsorgewerke nicht nur ihre Rendite, sondern auch die Schweizer Infrastruktur und damit unsere wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern, betont er im Interview mit PensExpert.

Thomas Weibel – Der dipl. Forsting. ETH ist Dozent am Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen der ZHAW Wädenswil; er sitzt seit 2007 für die GLP im Nationalrat

 

Herr Weibel, Sie fordern, dass Infrastrukturanlagen in den Anlagebestimmungen für Schweizer Pensionskassen nicht mehr als Unterkategorie der Alternativen Anlagen, sondern als eigene Kategorie geführt werden. Weshalb?

Investitionen in Infrastrukturanlagen sind für Pensionskassen bereits heute zulässig. Sie sind jedoch als Alternative Anlagen kategorisiert, zusammen beispielsweise mit Hedgefonds. Diese gelten als wenig transparent und hochriskant. Entsprechend sind alle Anlagen in dieser Kategorie stigmatisiert.

 

Welche Vorteile haben Infrastrukturanlagen im Vergleich zu Alternativen Anlagen?

Da Infrastrukturanlagen langfristig ausgerichtet sind, können sie stetige, langfristige Erträge generieren. Zudem sind sie wenig von den wirtschaftlichen Zyklen beeinflusst. Eine gut funktionierende Infrastruktur ist eine der Grundvoraussetzungen, damit eine Volkswirtschaft prosperieren kann.

 

Gibt es im Ausland Pensionskassen, die langfristig erfolgreich in Infrastrukturprojekte investiert haben?

Vorreiter sind Länder aus dem angelsächsischen Raum. Die Entwicklung startete in den 1990ern in Australien. In Kanada entstand damals vor allem durch die Tätigkeiten kanadischer Pensionskassen ein Markt für private Infrastrukturinvestments.

 

Welche Renditen können erwartet werden? Und welche Risiken müssen wir dafür eingehen?

Ich gehe davon aus, dass Infrastrukturfonds ähnliche Renditen erzielen wie Private Equity-Fonds. Damit können sie ein solides Element im Anlageportfolio sein. Was die Risiken betrifft, so ist eine generelle Aussage unmöglich. Der Markt ist sehr heterogen. Deshalb sind die Risikoprofile breit gestreut. In der Regel ergeben sich aber potenziell höhere risikobereinigte Renditen als bei anderen Investments.

 

Hierzulande werden bislang die meisten Infrastrukturprojekte von der öffentlichen Hand finanziert. Wie können Pensionskassen zu Investitionen motiviert werden?

Da den staatlichen Organisationen wie Bund, Kantonen und Gemeinden das Geld für die Finanzierung vieler notwendiger Infrastrukturen fehlt, muss vermehrt mit privaten und institutionellen Investoren zusammengearbeitet werden. Solche partnerschaftlichen Projekte werden als Public Private Partnership (PPP) bezeichnet.

 

Sollen sich die Behörden dabei vermehrt zurückhalten?

Der Staat muss sich zurückhalten, da er nicht in der Lage ist, alles Notwendige zu finanzieren. Die Zusammenarbeit mit interessierten und kompetenten Investoren – und das sind die Pensionskassen – erlaubt es dem Staat, sich auf strategische Kernelemente der Infrastrukturen zu beschränken. Dies ist insgesamt eine Win-Win-Situation.

 

Können Sie konkrete Projekte von nationaler Bedeutung nennen, welche auch für Pensionskassen attraktiv sein könnten?

Das Projekt der Gütermetro «Cargo Sous Terrain» wird aktuell von Detailhändlern und Versicherungen getragen. Investitionen in den Bau sind durchaus auch für Pensionskassen geeignet.

 

Die aktuellen Anlagerichtlinien für PK-Vermögen

 

Wie beurteilen Sie das Risiko, dass eine erleichterte Finanzierung Infrastrukturprojekte fördert, welche wenig sinnvoll und umweltgerecht sind?

Es ist davon auszugehen, dass Pensionskassen ihre Anlagen nicht nur genau prüfen, sondern auch sorgfältig tätigen und somit nur rentable Investitionen wählen. Leider werden auch bei Infrastrukturprojekten (noch) nicht alle Umwelt-Folgeschäden eingepreist. Deshalb ist heute nicht auszuschliessen, dass aus Umweltsicht zweifelhafte Projekte finanziert werden, weil sie eine attraktive Rendite erzielen.

 

Der Bundesrat sieht bei Infrastrukturanlagen keinerlei Handlungsbedarf. Dennoch wurde Ihre Motion im Juni vom Nationalrat deutlich angenommen. Was waren die überzeugendsten Argumente?

Einerseits will der Nationalrat den Handlungsspielraum der Pensionskassen bei der Anlage der Vorsorgevermögen vergrössern. Andererseits sollen Infrastrukturprojekte aus der «Schmuddelecke» der Hochrisikoanlagen herausgeholt werden.

 

Falls Ihr Vorschlag auch im Ständerat durchkommt, dürfen Pensionskassen bis zu 10 % ihrer Vermögen in Infrastrukturanlagen anlegen. Das entspricht einer Grössenordnung von gegen 100 Mrd. Franken. Denken Sie, dass diese Quote jemals ausgeschöpft werden wird?

Kurzfristig wird die maximale Quote sicher nicht ausgeschöpft werden können. Aber wichtig ist, dass die Pensionskassen im Interesse ihrer Versicherten mehr Handlungsspielraum erhalten und für Infrastrukturanlagen das Stigma der Hochrisikoinvestition verschwindet.

 

 

Liquidität im Vorsorgedepot sinnvoll abbauen

Zahlreiche PensExpert Kunden verfügen über grössere zinslose Liquiditätsbestände auf ihren Vorsorgedepots, warten bei den Aktien auf eine ideale Einstiegschance oder hoffen auf höhere Zinserträge. In einer deflationären Phase kein Problem. Doch jetzt scheint auch in der Schweiz die Inflation anzuziehen. Höchste Zeit also, sich Gedanken zu machen.

 

Eine echte Alternative für Liquidität: der PensExpert Hypotheken-Pool

Vor einem Jahr hat die PensExpert AG zusammen mit der IST Investmentstiftung und der avobis credit services AG (verantwortlich für Underwriting) eine eigene Anlagegruppe «IST2 Hypotheken Wohnen» lanciert. Von dieser innovativen Hypothekarlösung können nur Kunden profitieren, welche ihr Vorsorgevermögen bei einer der vier PensExpert Stiftungen bewirtschaften.

 

Belehnungsgrenzen

Die Kunden können bis 50 % ihres Vorsorgevermögens in diesen Hypotheken-Pool investieren. Die Belehnungsgrenze liegt für das selbstbewohnte Eigenheim bei 65 % des aktuellen Verkehrswertes. Für Ferien- und Zweitwohnungen oder Renditeobjekte liegt diese Limite bei 40 bis 50 %. Es werden nur variable Hypotheken angeboten.

 

 

Priorität: Vermeidung von Ausfallrisiken

Ziel ist es, dass in dieser Anlagegruppe möglichst keine Ausfallrisiken entstehen können. Deshalb ist eine bankenähnliche Tragbarkeitsprüfung notwendig. Zusammen mit der Belehnungsgrenze bildet die Tragbarkeitsprüfung bei der Vergabe der Hypothekardarlehen die Underwritingbasis. Auch Kunden im Vor- oder Pensionierungsalter können von dieser Hypothekarlösung profitieren.

 

Vorsorge- und Nachfolgeoptimierung dank Beletage – Teil 2

Steuerersparnisse sind auch Rendite

Keine oder gar negative Zinsen und hohe Schwankungen bei den Aktienkursen machen es dem Anleger schwer mit seinem Geld ohne erhöhte Risiken angemessene Erträge zu erwirtschaften. Im Gegensatz dazu bieten freiwillige Einkäufe in die berufliche Vorsorge ein überzeugendes Chancen-Risiko-Profil: Vergleicht man das effektiv einbezahlte Kapital (nach Steuern) mit der Kapitalauszahlung bei der Pensionierung (nach Steuern), ergeben sich je nach Anlagedauer Nettorenditen, welche mit der langjährigen realen Wertzunahme von Schweizer Aktien von rund 7,5% problemlos mithalten können.

Hohe Selbstbestimmung bei Kaderlösungen
Bei der Zusatzvorsorge für Kader kann gerade mit 1e-Vorsorgeplänen für Löhne ab Fr. 126‘900.- p.a. gezielt und flexibel auf die Bedürfnisse des einzelnen Versicherten sowie des Unternehmens eingegangen werden. Dies gilt für die Wahl der Sparbeiträge, die Wahl der Anlagestrategie, die Höhe der Einkaufskapazität und somit des Steueroptimierungspotentials. Im Weiteren wird jedem Versicherten sein tatsächlich erzielter Anlageerfolg gutgeschrieben und es findet keine Quersubventionierung vom überobligatorischen zum obligatorischen Teil der Vorsorge statt.

Einkaufslücken schliessen
Einkäufe in die Kadervorsorge werfen zusätzlich zur Steuerersparnis attraktive Anlagerenditen ab. Wer in eine Anlagestrategie mit 45% Aktienanteil investierte, erzielte in den vergangenen fünf Jahren rund 6% netto p.a. und über zehn Jahre waren es trotz teilweise negativer Anlagejahre immer noch rund 3% netto p.a. In der obligatorischen Basispensionskasse wurden Einkäufe im Schnitt der letzten fünf Jahre mit 1,6% und über zehn Jahre mit 1,9% verzinst. Es ist also von Vorteil, zuerst Einkaufslücken in der Kadervorsorge zu schliessen und erst danach in der Basispensionskasse.

Viele Unternehmer beziehen aufgrund der privilegierten Besteuerung mehr Dividende und weniger Lohn. Dabei wäre der Lohnbezug oft attraktiver. Denn je höher der gemeldete Lohn bei der Kadervorsorge, umso höhere planmässige Sparbeiträge können einbezahlt und vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Unter dem Strich ergeben sich so für den Unternehmer oft höhere Bezüge nach Steuern. Es lohnt sich, Einkaufslücken vor allem dann zu schliessen, je näher das Pensionierungsdatum rückt. Allerdings wird dies steuerlich nur bis drei Jahre vor dem Zeitpunkt des Kapitalbezugs akzeptiert.

Vorsorge- und Nachfolgeoptimierung dank Beletage – Teil 1

Attraktive Ergänzung zur beruflichen Vorsorge

Angesichts des Anlagenotstandes der gängigen Pensionskassen gewinnen Kadervorsorgelösungen markant an Bedeutung. Sie ermöglichen es, in Ergänzung zur Basispensionskasse eine zusätzliche Vorsorge gezielt, flexibel und eigenverantwortlich auf die Bedürfnisse des Versicherten sowie des Unternehmens auszurichten. Ab einem AHV-Lohn von 126 900 Franken kann der Versicherte seine Anlagestrategie im Rahmen der gemäss BVG zulässigen Anlagen an seine übrigen Vermögensteile, an den geplanten Pensionierungszeitpunkt und an seine Risikofähigkeit anpassen.

Bis zu 50 Prozent des Kadervorsorgevermögens dürfen in Pfandbriefe und Grundpfandtitel auf Liegenschaften investiert werden. Diese Möglichkeit bietet eine attraktive Alternative zu den momentan unrentablen Obligationen oder Bargeldkonti, indem die eigene Hypothek über die Kadervorsorge finanziert werden kann. Zusätzlich können bis 50 Prozent des Kadervorsorgevermögens in Aktien angelegt werden, vorzugsweise in Titel mit hohen Dividendenrenditen. Mit Anlagen auf Immobilien und alternativen Anlagen darf die Quote bis auf 70 Prozent erhöht werden. Mit einem derart diversifizierten Portfolio liessen sich in den vergangenen fünf Jahren über fünf Prozent Rendite pro Jahr erzielen. Als Aktionär beziehungsweise Partner seines Unternehmens entscheidet der Versicherte über bestimmte Parameter, mit denen er seine Liquiditäts- und Vorsorgesituation zusätzlich steuern kann.

Wenn er etwa Dividendenausschüttungen zugunsten von mehr Lohn kürzt, wird die Vorsorgelücke und damit das steuerbegünstigte Einkaufspotenzial erheblich erhöht. Auch bezüglich des Pensionierungszeitpunkts besteht mit Teilpensionierungsschritten eine hohe Flexibilität, was Nachfolgelösungen erleichtern kann; vor allem dann, wenn Mandate und Aktienpakete stufenweise an die Nachfolger abgetreten werden.

Blick auf die Umwandlungssätze
Zudem kann die Begünstigungsordnung gemäss Vorsorgereglement individueller gestaltet werden als im normalen Erbrecht. Vor allem bei der Unterscheidung zwischen rentenberechtigten und übrigen Kindern ist ein besonderes Augenmerk für die Begünstigung zu richten. Bei der Pensionierung können die Wertschriftenanlagen der Kadervorsorge eins zu eins ins Privatvermögen übertragen und weitergeführt werden. Wer eine Rente beziehen möchte, macht dies am besten mit der Basispensionskasse, da dort die Umwandlungssätze in der Regel noch attraktiv sind. Das Kadervorsorgevermögen steht grundsätzlich in Kapitalform zur Verfügung.

Die Kadervorsorge mit freier Anlagestrategiewahl eignet sich für Aktionäre und Partner von KMU, Selbstständigerwerbende wie Ärzte, Zahnärzte, Anwälte, Berater und weitere, Kader – und Geschäftsleitungsmitglieder sowie Expatriates.

BSV handelt unglaubwürdig und will Wahlfreiheiten in der Kadervorsorge reduzieren!

Bild_JODer Gesetzgeber hat im Jahr 2006 die freie Anlagestrategiewahl für den einzelnen Versicherten für Einkommensteile über CHF 126‘900 in Kraft gesetzt. Unklar blieb, wie viele Anlagestrategien bei solchen 1e-Vorsorgeplänen den Versicherten angeboten werden dürfen.

Das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) hat mit ihrer Mitteilung vom Dezember 2011 die Zahl der Anlagestrategien auf 5 bis 10 begrenzt. Der sommerliche Vorschlag des BSV, die Zahl der Anlagestrategien bei 1e-Plänen auf nur noch drei Wahlmöglichkeiten zu reduzieren, kommt in dieser Form überraschend und ist strikt abzulehnen. Genau genommen wären es lediglich zwei, denn eine Strategie wird mehr oder weniger vom BSV vorgegeben.

Auch das eidgenössische Parlament hat erst im Dezember 2015 grünes Licht für eine liberale Richtung bei 1e-Plänen gegeben und die letzten Restgarantien im Bereich der freien Anlagestrategiewahl aufgehoben. Von einer Reduktion der Anlagestrategien war dabei nie die Rede. Mit diesem Verordnungsvorschlag schiesst das BSV klar über das Ziel hinaus und auch die Kommunikationsweise war erneut bedenklich.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie im NZZ Artikel vom 19. August 2016 „Vorsorge-Sparpläne im Kreuzfeuer der Kritik“.