Freizügigkeitskonto als Schweizer Vorsorgeschirm bei Auswanderern

Trotz des Reformbedarfs, das Schweizer Vorsorgesystem ist im internationalen Vergleich stabil und leistungsfähig. Wer Zugang hat, sollte es so lange und so gut wie möglich nutzen. Gerade bei längeren Arbeitsunterbrüchen oder Auslandaufenthalten. Dies ist kein Problem für Erwerbstätige, die nur für eine begrenzte Zeit im Ausland tätig sind. Für diese gilt der spezielle Status der „Entsandten“, welche im Schweizer Vorsorgesystem integriert bleiben. Wer allerdings diesen Status nicht hat, muss handeln. Hier kann es sich lohnen zu prüfen, ob ein Beitritt zu der freiwilligen AHV erfolgen kann, damit in der ersten Säule keine Beitragslücken entstehen und im Pensionierungs- oder Invaliditätsfall keine Renteneinbussen hingenommen werden müssen. Zudem sollten die vorhandenen Pensionskassenvermögen auf eines oder mehrere Freizügigkeitskonti überwiesen werden. Vorteilhaft ist es, wenn Einkaufslücken vorher geschlossen werden. Die entsprechenden Beträge können vom letzten in der Schweiz versteuerten Einkommen abgezogen werden. Das Domizil der Freizügigkeitsguthaben sollte in einem steuergünstigen Kanton liegen, da künftige Auszahlungen an diesem Sitz besteuert werden. Das Kapital bleibt unverändert erhalten und dient als Basis, um Risiken wie Invalidität oder Todesfallkapital abzudecken. Im Erlebensfall kann bei ständigem Auslandaufenthalt ausserhalb von EU- und EFTA-Ländern jederzeit die Auszahlung des Kapitals verlangt werden. Als Alternative ist seit jüngstem auch eine Rente auf Freizügigkeitsguthaben möglich. Details erfahren Sie in meinem Artikel im Vorsorgeguide 2015/16, welcher gerade der Handelszeitung, der Schweizer Versicherung sowie der Schweizer Bank beiliegt.

Optimierung der Anlagestrategie

Mark.HuberZurzeit sollten Obligationen angesichts der tiefen Renditen sowie der Kursrisiken im Portfolio möglichst tief gewichtet werden. Dies ist auch im Vorsorgedepot trotz der strengen BVV2-Vorschriften machbar. Hier mein Musterportfolio: 40% werden in Aktien mit möglichst hohen Dividenden investiert, 10% in Alternativen Anlagen, 20% in Immobilienfonds und lediglich 20% in Obligationen. Maximal 10% können neuerdings in eine Eigenhypothek investiert werden. Dabei handelt es sich um eine vom Gesetzgeber erlaubte Optimierungsmöglichkeit bei der Bewirtschaftung der Vorsorgegelder. Der Schuldzins wird dem Versicherten in Rechnung gestellt und steuerlich als normaler Kredit- bzw. Liegenschaftenaufwand behandelt. Beim Vorsorgedepot des Versicherten fliesst dieser einbezahlte Zins als steuer-freier Ertrag zu. Ausserdem kann die Fremdwährungslimite von 30% ausgeschöpft werden. Wie Dr. Felix Brill, Chefökonom und Partner Wellershoff & Partners Ltd. am Seminar von PensExpert ausführte, könnte sich der Franken nach der Aufgabe der Eurobindung wieder normalisieren. Seiner Meinung nach dürfte der Franken in ein bis zwei Jahren zum Euro wieder gegen 1.20 tendieren. Für den Euro spricht die Tatsache, dass sich die Konjunkturstimmung in der Eurozone hebt und die Wirtschaft scheinbar anzieht. Eurolandaktien sollten davon ebenfalls profitieren.