Yves Goldmann – Der dipl. Natw. ETH ist Pensionskassen-Experte SKPE und Kundenverantwortlicher bei PensExpert AG in Zürich

Mit der 1. BVG-Revision wurde im Jahr 2006 auch die freie Anlagestrategiewahl für Löhne über CHF 126 900 gesetzlich verankert. Der Gesetzgeber hatte aber vergessen, die garantierte Austrittsleistung bei einer beruflichen Veränderung abzuschaffen. Per 1.10.2017 erfolgte endlich die langerwartete Anpassung des Freizügigkeitsgesetzes. Gleichzeitig sind weitere Verordnungsbestimmungen in Kraft getreten, welche Vorsorgelösungen mit freier Anlagestrategiewahl betreffen. Für notwendige Anpassungen gilt eine Übergangsfrist bis 31.12.2019.

 

Weiterhin 10 Anlagestrategien pro Arbeitgeber möglich

Ursprünglich plante das Bundesamt für Sozialversicherung, die Anzahl der Anlagestrategien auf Stufe Vorsorgeeinrichtung zu limitieren. Erfreulicherweise hat aber der Bundesrat diese zusätzliche Einschränkung nicht übernommen. Somit darf PensFlex weiterhin zehn Anlagestrategien pro angeschlossenen Arbeitgeber anbieten. Gesetzlich werden die 1e-Anbieter neu verpflichtet, auch eine risikoarme Strategie anzubieten. Sämtliche PensFlex Bankpartner verfügen bereits heute über eine risikoarme Strategie. Auch bei Anlagestrategien, welche mit BVV2- konformen Investmentlösungen oder artreinen Fonds umgesetzt werden, besteht kein Handlungsbedarf. Bei den übrigen Strategien klärt PensFlex derzeit ab, ob und welche Anpassungen erforderlich sind.

 

Strengere Regelung bei der Einkaufsberechnung

Der Bundesrat hat aus übertriebener Angst vor «unangemessen hohen Altersleistungen» die Einkaufsregelung für 1e-Vorsorgelösungen verschärft. Bisher berechnete sich die maximale Einkaufssumme mit einer Realverzinsung von 2%. Neu dürfen bei der Berechnung keine höheren jährlichen Beiträge als durchschnittlich 25% des versicherten Lohnes ohne Aufzinsung berücksichtigt werden. Die reduzierten Einkaufsmöglichkeiten gelten nicht für PensFlex Anschlüsse mit einer Einheitsstrategie, sondern nur für «echte» 1e-Vorsorgelösungen, bei welchen jeder Versicherte seine Anlagestrategie selbst auswählen kann. PensFlex wird die neuen Einkaufsbestimmungen – ohne anderweitige fiskalische Erkenntnisse – per 1.1.2020 anwenden. Bis 31.12.2019 ändert sich nichts.

 

Beispiel: Auswirkungen auf die Einkaufstabelle für 1e-Vorsorgelösungen in CHF

 

Fazit

Aus unserer Sicht ist der Bundesrat mit dieser Regelung deutlich über das Ziel hinausgeschossen. PensFlex prüft derzeit Umsetzungsvarianten und Massnahmen, um die Reduktion der Einkaufslücke so weit als möglich wieder zu kompensieren. Unsere Kundenverantwortlichen stehen Ihnen bei weiteren Fragen gerne zur Verfügung.

 

 

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