Die AHV und die berufliche Vorsorge (BVG) sind nicht nachhaltig finanziert. Ohne Reform der beiden Säulen verschlechtert sich die finanzielle Schieflage weiter. Eine strukturelle Anpassung ist überfällig. Das Ziel der Altersreform 2020 ist letztlich, das Leistungsniveau im Zusammenspiel von AHV und BVG zu sichern. Es geht also um weit mehr als die zusätzlichen 70 Franken AHV-Rente für Neurentner pro Monat.

 

Auswirkungen bei der beruflichen Vorsorge

Auswirkungen bei der beruflichen Vorsorge

Indem der Koordinationsabzug sinkt, steigt der versicherte Lohn, auf welchem planmässige Sparbeiträge über 40 Jahre (von Alter 25 bis 65) für das Alter angespart werden (siehe Tabelle). In den 20 Jahren zwischen Alter 35 bis 54 werden die Sparbeiträge um jeweils einen Prozentpunkt erhöht, wodurch die kumulierten Sparbeiträge ab Alter 25 bis Alter 65 statt 500% neu 520% betragen. Daraus resultiert ein höheres Endaltersguthaben, mit dem die schrittweise Senkung des Umwandlungssatzes bis 2022 von 6.8% auf 6.0% aber nur teilweise aufgefangen werden kann. Insbesondere bei höheren Löhnen muss für die Altersvorsorge mehr ansparen, um das Leistungsniveau im Alter zu halten.

 

Die weiteren Kernelemente für die Entlastung der zweiten Säule sind:

  • Das Mindestalter für eine vorzeitige Pensionierung steigt von 58 auf 62 Jahre; dieses kann im Reglement der jeweiligen Vorsorgeeinrichtung auf minimal Alter 60 reduziert werden. Die flexiblen Bezugsmöglichkeiten beschränken sich somit grundsätzlich auf den Zeitraum zwischen Alter 62 bis 70.
  • Die Möglichkeit einer Teilpensionierung in drei Schritten wird neu im Gesetz der beruflichen Vorsorge (BVG) verankert. Dabei dürfen alle Teilbezüge der Altersleistung jeweils in Kapitalform erfolgen.
  • Selbständigerwerbende ohne eigenes Personal dürfen sich freiwillig nicht nur dem jeweiligen Berufsverband oder der Auffangeinrichtung anschliessen, sondern jeder Vorsorgeeinrichtung, welche dies in ihrem Reglement zulässt.
  • Die Rechtsprechung der vergangenen rund 20 Jahre fliesst in die BVG-Gesetzgebung ein und schafft damit Rechtssicherheit, was Rechtsfälle und Unsicherheiten teilweise abbaut.

 

Die vorliegende Reform ist ein Kompromisspaket und nicht der grosse Durchbruch. Weitere Reformen müssen auch nach einer allfälligen Annahme zügig angegangen werden. Nach der Reform 2020 ist vor der Reform 2030.

 

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