Nein zur Rentenreform 2020 – gut für die Jungen aber schlecht für die AHV

Mit einem Gesamtpaket wollte Bundesrat Alain Berset die erste und die zweite Säule stabilisieren. Die Rentenreform 2020 war aber zu kompliziert und zu wenig transparent für die Bürger. Mit einem Nein an der Urne war deshalb zu rechnen. Für die Jungen ist das eine gute Nachricht. Denn sie und die nachfolgenden Generationen hätten die Kosten für die Reform tragen müssen. Trotz Ablehnung der Vorlage, das Volk wäre offen für dringend notwendige Reformen. Dabei hat die AHV sicher Priorität. Das Frauen AHV-Rentenalter muss in einer ersten Phase auf Alter 65 angehoben werden und langfristig ist eine generelle Erhöhung des AHV-Alters anzustreben. Mit dem gestrigen Nein bleibt auch der Umwandlungssatz im Obligatorium der 2. Säule weiterhin bei 6,8% und damit eindeutig zu hoch. Entsprechend wird die Mehrheit der Pensionskassen das überobligatorische Altersguthaben weiterhin als Quersubventionierungstopf einsetzen. Diese Umverteilung ist systemfremd und für die Versicherten nicht transparent. Aber dieser Umstand wird vermutlich noch länger Bestand halten; denn an der Urne hätte eine Umwandlungssatzreduktion kaum eine Chance.

Reform 2020: Was sich in der zweiten Säule ändert

Die AHV und die berufliche Vorsorge (BVG) sind nicht nachhaltig finanziert. Ohne Reform der beiden Säulen verschlechtert sich die finanzielle Schieflage weiter. Eine strukturelle Anpassung ist überfällig. Das Ziel der Altersreform 2020 ist letztlich, das Leistungsniveau im Zusammenspiel von AHV und BVG zu sichern. Es geht also um weit mehr als die zusätzlichen 70 Franken AHV-Rente für Neurentner pro Monat.

 

Auswirkungen bei der beruflichen Vorsorge

Auswirkungen bei der beruflichen Vorsorge

Indem der Koordinationsabzug sinkt, steigt der versicherte Lohn, auf welchem planmässige Sparbeiträge über 40 Jahre (von Alter 25 bis 65) für das Alter angespart werden (siehe Tabelle). In den 20 Jahren zwischen Alter 35 bis 54 werden die Sparbeiträge um jeweils einen Prozentpunkt erhöht, wodurch die kumulierten Sparbeiträge ab Alter 25 bis Alter 65 statt 500% neu 520% betragen. Daraus resultiert ein höheres Endaltersguthaben, mit dem die schrittweise Senkung des Umwandlungssatzes bis 2022 von 6.8% auf 6.0% aber nur teilweise aufgefangen werden kann. Insbesondere bei höheren Löhnen muss für die Altersvorsorge mehr ansparen, um das Leistungsniveau im Alter zu halten.

 

Die weiteren Kernelemente für die Entlastung der zweiten Säule sind:

  • Das Mindestalter für eine vorzeitige Pensionierung steigt von 58 auf 62 Jahre; dieses kann im Reglement der jeweiligen Vorsorgeeinrichtung auf minimal Alter 60 reduziert werden. Die flexiblen Bezugsmöglichkeiten beschränken sich somit grundsätzlich auf den Zeitraum zwischen Alter 62 bis 70.
  • Die Möglichkeit einer Teilpensionierung in drei Schritten wird neu im Gesetz der beruflichen Vorsorge (BVG) verankert. Dabei dürfen alle Teilbezüge der Altersleistung jeweils in Kapitalform erfolgen.
  • Selbständigerwerbende ohne eigenes Personal dürfen sich freiwillig nicht nur dem jeweiligen Berufsverband oder der Auffangeinrichtung anschliessen, sondern jeder Vorsorgeeinrichtung, welche dies in ihrem Reglement zulässt.
  • Die Rechtsprechung der vergangenen rund 20 Jahre fliesst in die BVG-Gesetzgebung ein und schafft damit Rechtssicherheit, was Rechtsfälle und Unsicherheiten teilweise abbaut.

 

Die vorliegende Reform ist ein Kompromisspaket und nicht der grosse Durchbruch. Weitere Reformen müssen auch nach einer allfälligen Annahme zügig angegangen werden. Nach der Reform 2020 ist vor der Reform 2030.

 

Liquidität im Vorsorgedepot sinnvoll abbauen

Zahlreiche PensExpert Kunden verfügen über grössere zinslose Liquiditätsbestände auf ihren Vorsorgedepots, warten bei den Aktien auf eine ideale Einstiegschance oder hoffen auf höhere Zinserträge. In einer deflationären Phase kein Problem. Doch jetzt scheint auch in der Schweiz die Inflation anzuziehen. Höchste Zeit also, sich Gedanken zu machen.

 

Eine echte Alternative für Liquidität: der PensExpert Hypotheken-Pool

Vor einem Jahr hat die PensExpert AG zusammen mit der IST Investmentstiftung und der avobis credit services AG (verantwortlich für Underwriting) eine eigene Anlagegruppe «IST2 Hypotheken Wohnen» lanciert. Von dieser innovativen Hypothekarlösung können nur Kunden profitieren, welche ihr Vorsorgevermögen bei einer der vier PensExpert Stiftungen bewirtschaften.

 

Belehnungsgrenzen

Die Kunden können bis 50 % ihres Vorsorgevermögens in diesen Hypotheken-Pool investieren. Die Belehnungsgrenze liegt für das selbstbewohnte Eigenheim bei 65 % des aktuellen Verkehrswertes. Für Ferien- und Zweitwohnungen oder Renditeobjekte liegt diese Limite bei 40 bis 50 %. Es werden nur variable Hypotheken angeboten.

 

 

Priorität: Vermeidung von Ausfallrisiken

Ziel ist es, dass in dieser Anlagegruppe möglichst keine Ausfallrisiken entstehen können. Deshalb ist eine bankenähnliche Tragbarkeitsprüfung notwendig. Zusammen mit der Belehnungsgrenze bildet die Tragbarkeitsprüfung bei der Vergabe der Hypothekardarlehen die Underwritingbasis. Auch Kunden im Vor- oder Pensionierungsalter können von dieser Hypothekarlösung profitieren.