Das Parlament hat die Vorlage zur Reform Altersvorsorge 2020 angenommen. Am 24. September 2017 entscheidet das Volk. Neben den prominent diskutierten Themen wie der Heraufsetzung des Rentenalters für Frauen, der Senkung des Umwandlungssatzes oder der Erhöhung der AHV­Rente lohnt sich auch der Blick auf weitere Bestimmungen.

 

Mit der Vorlage Altersvorsorge 2020 (AV2020) sind der Bundesbeschluss über die Zusatzfinanzierung der AHV durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer und die übrigen Änderungen, welche als Referendum zur Abstimmung kommen, untrennbar verknüpft. Wird eine der beiden Vorlagen abgelehnt, ist die ganze AV2020 gescheitert.

 

 

Zeitplan nach der Abstimmung

Bei Annahme der AV2020 ergibt sich folgender Zeitplan:

  • Per 1. Januar 2018 tritt die Reform in Kraft, unter anderem mit der Erhöhung des Rentenalters der Frauen um drei Monate pro Jahr, welches ab 2021 schliesslich 65 Jahre beträgt.
  • Per 1. Januar 2019 treten im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge in Kraft:
    • die schrittweise Senkung des Umwandlungssatzes von 6,8 % auf 6,0 % bis 2022
    • die Reduktion und Flexibilisierung des Koordinationsabzuges
    • die Erhöhung der Altersgutschriften um 1 Prozentpunkt bei den 35- bis 54-jährigen Versicherten
  • Per 1. Januar 2019 erfolgt bei der AHV für alle neuen Renten ein Zuschlag von CHF 70 pro Monat auf die Einzelrente und die Erhöhung des Plafonds für die Ehepaarrente von 150 % auf 155 % der Einzelrente
  • 2021 erhöht sich die Mehrwertsteuer auf 8,3 %.
  • 2021 steigen die AHV-Beiträge um insgesamt 0,3 Prozentpunkte.

 

Auswirkungen der AV2020 für PensFlex Versicherte

 

Das Alter für eine vorzeitige Pensionierung wird erhöht.

Das Mindestalter für den Bezug von Altersleistungen steigt von 58 auf 62 Jahre. Die Vorsorgeeinrichtung kann ein tieferes Alter festlegen, das aber mindestens bei 60 liegt. PensFlex wird dies auf jeden Fall in ihr Vorsorgereglement aufnehmen. Für alle Personen, die am 31. Dezember 2017 bei PensFlex versichert sind, ist die vorzeitige Pensionierung im Alter 58 bis Ende 2022 weiterhin zulässig.

 

Die Teilpensionierung in drei Schritten wird ins Vorsorgerecht aufgenommen.

Eine Teilpensionierung ist in bis zu drei Schritten möglich, insbesondere auch dreimal in Kapitalform. Der vorzeitige Bezug muss dabei mindestens 20% der Altersleistung betragen. Damit wird die bisherige PensFlex Regelung der drei Schritte nicht nur auf Gesetzesstufe verankert, sondern auch flexibilisiert, beträgt doch gemäss dem PensFlex Vorsorgereglement die aktuell mindestens notwendige Lohnreduktion ein Drittel. Das Gesetz äussert sich dabei aber nicht zum Mindestabstand zwischen zwei Schritten.

 

Selbständigerwerbende erhalten neue Möglichkeiten.

Aktuell können sich Selbständigerwerbende freiwillig nur beim jeweiligen Berufsverband oder zusammen mit ihrem Personal bei einer Vorsorgeeinrichtung anschliessen. Neu wird die Möglichkeit geschaffen, dass sich Selbständigerwerbende freiwillig auch ohne Personal bei einer Vorsorgeeinrichtung anschliessen können. Dies bedingt eine entsprechende Bestimmung im jeweiligen Vorsorgereglement. PensFlex wird diese Anpassung vornehmen. Somit kann sich künftig jeder Selbständigerwerbende bei PensFlex alleine anschliessen, ohne Personal mitversichern oder eine juristische Person gründen zu müssen.

 

Fazit

Der minimalen Einschränkung bei der vorzeitigen Pensionierung stehen unter anderem neue Möglichkeiten für Selbständigerwerbende gegenüber. Es bleibt zu hoffen, dass die Spielräume durch den Verordnungstext oder die Aufsichtsbehörden nicht zu sehr eingeengt werden.

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