Der deutsche Fiskus besteuert Kapitalleistungen aus dem Schweizer Überobligatorium fast gar nicht mehr. Davon profitieren auch Schweizer, die den Ruhestand in Deutschland geniessen möchten. Frühes Planen lohnt sich: bei Bezug muss der Wohnsitz bereits in Deutschland gemeldet worden sein.

Kapitalleistungen aus dem Schweizer Überobligatorium werden vom deutschen Fiskus fast gar nicht mehr besteuert, so ein Entscheid des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe. Die Besteuerung fällt ganz weg, wenn der Eintritt in das Schweizer Vorsorgesystem vor dem 1.1.2005 erfolgte und eine Mitgliedschaft von 12 Jahren bestand. Diese Neuerung gilt im Übrigen nicht nur für Grenzgänger, sondern für jeden Arbeitnehmer in der Schweiz, der seinen Ruhestand in Deutschland geniessen möchte.

Das Vorsorgevermögen aus dem Überobligatorium sollte dabei als steuerfreies Kapital und nicht als Rente bezogen werden. Denn Rentenleistungen aus der überobligatorischen beruflichen Vorsorge unterliegen mit einem gesetzlich festgelegten Ertragsanteil der individuellen Einkommenssteuer. Der prozentuale Ertragsanteil variiert je nach Alter des Rentenbezügers zwischen 9% und 59%. Bei der Auszahlung des Kapitals wird eine Quellensteuer erhoben, die aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland zurückgefordert werden kann. Zu beachten ist aber, dass der zivil- und steuerrechtliche Wohnsitz bei Kapitalbezug bereits in Deutschland gemeldet sein muss.

Bei dem obligatorischen Vermögen kommt es hingegen nicht darauf an, in welcher Form die Vorsorgeleistung bezogen wird. Bezüge (sowohl als Renten- als auch als Kapitalbezüge) unterliegen weiterhin mit dem im Auszahlungsjahr gesetzlich festgelegten Besteuerungsanteil (74% im Jahr 2017) der individuellen Einkommenssteuer. Der Besteuerungsanteil ist für das Jahr des jeweiligen Rentenbeginns gesetzlich festgelegt, wobei der Prozentsatz für die Restlaufzeit der Rente konstant bleibt. Der Besteuerungsanteil beginnt im Jahre 2005 mit 50%, steigt bis 2020 im 2%-Schritten, danach in 1%-Schritten bis 2040. Ab 2040 werden die Renten zu 100% versteuert.

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