Finanzoptimierung in der beruflichen Vorsorge

Eine Kadervorsorge bietet flexible Anlagemöglichkeiten und erhebliche Steueranreize. Auch hier gilt eine Einschränkung, wie in der gesamten beruflichen Vorsorge: Diese Gelder sind grundsätzlich bis zur Pensionierung gebunden, also blockiert.

In einzelnen Ausnahmefällen können sie früher bezogen werden; dort, wo eine hohe Liquidität benötigt wird: zur Finanzierung einer selbstständigen Erwerbstätigkeit als Personengesellschaft, zur Finanzierung von Wohneigentum sowie unter bestimmten Auflagen bei einer definitiven Auswanderung. Ausserdem im Todesfall, von den Nachkommen. Liquidität und/oder Anlagevermögen, welche für direkte Erbberechtigte reserviert sind, können also durchaus in die eigene zweite Säule investiert werden, sofern die Stiftung auch die Rückgewähr der freiwilligen Einkäufe im Todesfall gewährleistet.

Aufgrund der Bindung der Gelder ist es also wichtig, nur liquide Mittel in das BVG-System einzuzahlen, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit weder privat noch unternehmerisch vor der Pensionierung benötigt werden. Anderseits ist es von Vorteil, nicht benötigte Mittel so weit wie möglich in die zweite Säule zu investieren, um die Altersvorsorge zu stärken und von Steuerabzügen zu profitieren. Je höher der gemeldete Lohn und die planmässigen Sparbeiträge festgelegt werden, umso höhere Einkaufslücken können aus finanziert werden. Für Unternehmer und Partneraktionäre kann es sich fallweise lohnen, die Dividende der eigenen Firma zugunsten höherer Löhne zu kürzen, obwohl die Dividende ab einer Zehn-Prozent-Beteiligung ebenfalls steuerprivilegiert behandelt wird.

Es empfiehlt sich, zuerst die Einkaufslücken in einer separaten Kadervorsorge zu füllen, da diese individuelle Anlage- und bessere Renditemöglichkeiten bieten kann. Zudem findet bei einem zeitgemässen Vorsorgeplan im Gegensatz zur Basisvorsorge keine Verrechnung zwischen allfälligen Todesfallleistungen und vorhandenem Alterskapital statt. Immer beachtet werden muss, dass drei Jahre vor einem Bezug der Kapitalleistungen keine Einkäufe mehr getätigt werden können. Damit fehlt in diesen drei Jahren eine bedeutende Steuersparoption, weshalb mit einer steigenden Steuerlast gerechnet werden muss. Um diesen Effekt zu mindern, könnten Arbeitszeit und Lohn durch Teilpensionierungsschritte gesenkt werden. Allenfalls kann in dieser Phase der Lohn zugunsten einer höheren Dividende gekürzt werden.

Bei einer durchdachten Planung und Umsetzung der Vorsorge sollten nach der Pensionierung keine Liquiditätsengpässe auftreten. Bei der Kadervorsorge kann das meist in Wertschriften gehaltene Alterskapital 1:1 ins Privatvermögen überführt werden. Der laufende fixe Lebensunterhalt wird oft aus den Renten der AHV sowie der Basispensionskassen finanziert, während der variable Bedarf über den nahezu steuerfreien Verzehr des nun privaten Kapitals sichergestellt wird. Es lohnt sich, einen Pensionskassenspezialisten für die Gestaltung und Umsetzung einer massgeschneiderten, ganzheitlichen Vorsorgelösung beizuziehen.

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