Blog_PZ_2Die explosive Verbreitung von Fintech trifft auch im Vorsorgebereich auf Nachahmer. Sie erlaubt es jedermann, Finanztransaktionen zu tätigen, ohne die Beratung eines Finanzdienstleisters in Anspruch zu nehmen. Insbesondere zeigt sich das Potenzial in flexibleren und freieren Sektoren wie der Kadervorsorge oder der Säule 3a. Versicherte, die einen solchen Vertrag abschliessen, können ihre Anlagestrategie frei und individuell wählen. Die Entwicklung von Computergesteuerten Vermögensverwaltungs-Programmen kommt diesem Anspruch nach Flexibilität entgegen. Nur wenige Klicks genügen, um beispielsweise eine Strategie mit einem konservativen, ausgeglichenen oder profit-orientierten Profil zu wählen. Umso mehr wird mit dieser Technologie ein internet-affines Publikum des Typs „jüngeres Kader“ oder „Unternehmer“ angesprochen. Jene vor allem, die erst über die finanziellen Mittel verfügen, um in eine begrenzte Anzahl Fonds zu investieren.

Was passiert aber, wenn ein Vorsorgeinhaber, der bereits mehrere hunderttausend Franken besitzt, sich mit dem Alter die Fragen eines Einkaufs, einer Frühpensionierung oder einer Auswanderung aus der Schweiz stellt? Oder wenn der Hauseigentümer mit seinem Kapital Hypotheken amortisieren möchte? Kurzum, auch wenn die Vorteile der Informationstechnologien unbestritten sind und sie das Leben vieler Versicherter vereinfachen, ist häufig persönlicher Rat aus Expertenhand gefragt, um mögliche Risiken von Fehlentscheiden und Verluste zu verhindern. In einer Zeit, in der viele relativ standardisierte Aufgaben in Wirtschaftsbereichen automatisiert worden sind, ist der Mensch einem Roboter stets einen Schritt voraus. Dann nämlich, wenn auf komplexe menschliche Bedürfnisse geantwortet werden muss – ziemlich beruhigend irgendwie.

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