Einkäufe gezielt auf Basis- und Kadervorsorge verteilen

Blog_ALFreiwillige Einkäufe in die Pensionskasse bieten ein markantes Steuersparpotential und sollten jedes Jahr umsichtig geplant werden. Dabei muss nicht nur ein optimaler Betrag festgelegt werden, sondern beim Splittingmodell auch entschieden werden, ob der Einkauf bei der Basis- und/oder Zusatzvorsorgeeinrichtung erfolgen soll. Ich empfehle aber in jedem Fall, den aktuellen Deckungsgrad und insbesondere die technische Verzinsung vorher genau zu prüfen. Bei einem zu hohen technischen Zins würde ich mit Einkäufen eher vorsichtig sein. Denn je höher eine Pensionskasse den technischen Zins festlegt, desto weniger Kapital muss die Vorsorgeeinrichtung für ihre Verpflichtungen reservieren. Liegt aber die effektiv im Anlagemarkt erzielte Rendite unter dem technischen Zinssatz, führt dies zu einer Verschlechterung des Deckungsgrades oder zu einer Unterdeckung. Darüber hinaus ist der Versichertenstruktur bzw. dem Verhältnis der Aktiven zu den RentnerInnen Beachtung zu schenken.

Bei PensFlex hat jeder einzelne Versicherte dank der freien Anlagestrategiewahl seinen eigenen Deckungsgrad. Bei der Bewirtschaftung des Vorsorgeguthabens bestehtzwischen den Versicherten respektive den angeschlossenen Firmen keine Solidarität und der technische Zins beträgt tiefe 1 Prozent. Bei PensFlex werden die Versicherten nach einem freiwilligen Einkauf nicht plötzlich mit Unterdeckungsfragen und Sanierungsbeiträgen konfrontiert. Allerdings empfehlen wir grundsätzlich bei Pensflex die Kapitalauszahlung als Altersleistung. Die Basis-Pensionskasse hat in der Regel einen höheren Umwandlungssatz, bezahlt also höhere Renten. Mit einer wohlüberlegten Einkaufspolitik kann also sowohl die Höhe der Rente wie auch die Höhe der Kapitalauszahlung gesteuert werden. Aber Vorsicht: Zwischen dem zuletzt getätigten und jeglichem Kapitalbezug besteht eine dreijährige Sperrfrist konsolidiert über die gesamte 2. Säule betrachtet. Wird diese nicht eingehalten, wird die Steuerbehörde den gewährten Steuerabzug nicht akzeptieren und den Einkauf wieder aufrechnen.

Neue QROPS-Lösung mit Grossbritannien gesucht

Blog_FPFür Schweizer Vorsorgeeinrichtungen war es bis vor kurzem möglich, sich bei der britischen Steuerbehörde (HMRC) als «Qualified Recognised Overseas Pension Schemes» (QROPS) registrieren zu lassen. Diese Registrierung erlaubte es, Vorsorgevermögen von britischen Pensionskassen steuerfrei entgegen zu nehmen. Per 6. April 2015 hat Grossbritannien die Bestimmungen für den steuerfreien Transfer von Vorsorgegeldern geändert. Der QROPS-Status wurde daraufhin sämtlichen registrierten Schweizer Vorsorgeeinrichtungen entzogen. Auch zahlreiche australische und neuseeländische Pensionskassen sind davon tangiert. In einem Rundschreiben an die Schweizer Vorsorgeeinrichtungen begründet HMRC diesen Entscheid damit, dass in der Schweiz die Möglichkeit besteht, Leistungen vor dem 55. Altersjahr zu beziehen. Die britische Steuerbehörde bezieht sich damit auf den nach Schweizer Vorsorgerecht erlaubten Bezug für den Erwerb von selbstbewohntem Wohneigentum. Das britische Recht verbietet jedoch seit dem 6. April 2015 Auszahlungen vor dem 55. Altersjahr. Von diesen Änderungen ist auch PensExpert mit ihrer Freizügigkeitsstiftung Independent betroffen. PensExpert steht in Kontakt mit der britischen Steuerbehörde und versucht, im Dialog mit Her Majesty’s Revenue and Customs (HMRC) mögliche Lösungen zu evaluieren.

Stiftungssitz Schwyz ist und bleibt interessant

Der Nationalrat wollte, dass das ausbezahlte Freizügigkeitsguthaben neu am Ort des letzten Schweizer Wohnsitzes statt wie heute am Sitz der Stiftung besteuert werden soll. Das wurde verhindert: Der Ständerat will an der Art und Weise, wie Freizügigkeitsguthaben von Auswanderern beim Bezug besteuert werden, nichts ändern. Er hat die entsprechende parlamentarische Initiative aus dem Nationalrat abgelehnt. Der Vorstoss ist damit vom Tisch. Damit dürfte bei diesem Thema für längere Zeit Ruhe und somit Planungssicherheit eingekehrt sein. Für Auswanderer, die ihre Vorsorgegelder beziehen wollen, bleibt der Stiftungssitz für die Besteuerung massgebend. Bei solchen Barauszahlungen kennt der Kanton Schwyz die schweizweit tiefste Quellensteuerbelastung (maximal 4,8 Prozent). Für PensFree und Independent Kunden mit Wohnsitz im Ausland oder Vorsorgenehmer mit Auswanderungsplänen besteht deshalb kein Handlungsbedarf.