Eine Studie von Prof. Dr. Jörg Rieskamp und Dr. Andreas Pedroni an der Fakultät für Psychologie der Universität Basel zeigt: Wer freiwillig vorsorgt, muss die Selbstbeherrschung haben, auf gegenwärtigen Konsum zu verzichten, und das Wissen, in Zukunft mit dem gesparten Geld Mehrwert zu haben. Beim Wissen geht es interessanterweise nicht um das allgemeine Verständnis von Finanzfragen (Financial Literacy), sondern um spezifische Kenntnisse, wie das konkrete Vorsorgesystem funktioniert, in dem die Vorsorge getroffen wird. Die Studienautoren zeigen dies anhand einer Umfrage zur freiwilligen Säule 3a: 90% der Befragten mit guten Kenntnissen besitzen ein 3a-Konto, von denjenigen mit geringem Wissen aber nur 54%. Personen mit höherem Wissen über das Vorsorgesystem zahlen gemäss der Studie nicht nur häufiger, sondern auch mehr in die Säule 3a ein. Besonders ältere männliche Personen (max. 45-jährig) mit hohem Einkommen und sehr guter Bildung haben bedeutend mehr in ihre Säule 3a einbezahlt. Die Differenz der 3a-Einzahlungen von Menschen mit geringem Wissen über das Vorsorgesystem zu den Einzahlungen derjenigen mit hohem Wissen liegt in der gleichen Grössenordnung wie die Erhöhung der 3a-Einzahlungen die durch eine Steigerung von zwei Einkommenskategorien zustande kommt. Trotz dieses starken Effekts ist es schwierig, eine Aussage über die Kausalität dieses Effektes zu machen. Es ist wahrscheinlich, dass Menschen, die mehr vorsorgen, sich auch eingehender mit dem System befassen und Wissen über die Altersvorsorge erworben haben, meinen die Autoren der Studie. Diese Studie stützt meine Auffassung, dass die Effizienz und Akzeptanz unseres Vorsorgesystems mit systematischer Ausbildung erhöht werden kann.

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