Lohn vs. Dividende

Bild_JOSeit dem die revidierte Dividendenbesteuerung in Kraft ist, entscheiden sich viele Firmeninhaber, eine möglichst hohe Dividende auszuzahlen und reduzieren im Gegenzug ihren Lohn. Das kann nachteilige Folgen für die Altersvorsorge haben.

Seit der Einführung der Unternehmenssteuerreform II im Jahr 2009 werden Dividenden nur teilweise besteuert. Diese steuerliche Entlastung verleitet viele Unternehmer zum Bezug eines möglichst tiefen Lohns und zu einer maximalen Dividendenausschüttung.

Dabei wird ausser Acht gelassen, dass ein zu tiefer AHV-Lohn auch grosse Nachteile mit sich bringt. So führt ein reduzierter AHV-Lohn automatisch auch zu einem tiefen versicherbaren Lohn bei den Sozialversicherungen und damit verbunden, zu geringeren Vorsorgeleistungen bei Tod und Invalidität. Zudem verspielt man mit einer zu starken Lohnreduktion die Möglichkeit, dank freiwilligen Einkäufen im Rahmen einer gut ausgebauten Kadervorsorge das steuerbare Einkommen zu reduzieren. Last but not least unterliegt das angesparte Vorsorgeguthaben bei einer Pensionskasse bis zur Auszahlung weder einer Vermögens- noch einer Einkommenssteuer (Zinserträge usw.).

Unternehmer müssen bei ihrer Steuer- und Vorsorgeplanung das Dividendenprivileg so einsetzen, dass mit der gezielten Kombination von AHV-Lohn und Dividende sowie freiwilligen Pensionskasseneinkäufen im Rahmen einer Kadervorsorge ein maximaler Mehrwert erzielt werden kann.

Wissenslücken bei der Altersvorsorge

VielenBild_JO Schweizer Versicherten fehlt der Durchblick bei der Altersvorsorge. Insbesondere ist vielen nicht bewusst, dass sie selber Eigentümer ihres Vorsorgevermögens sind und gewisse Freiheiten bestehen. Die Initianten des Bildungsprojekts „Fit for Pension“ haben sich deswegen zum Ziel gesetzt, die Versicherten der zweiten Säule über die Zusammenhänge im Vorsorgesystem besser aufzuklären.

Eine Umfrage von AXA IM lieferte interessante Ergebnisse: Zwar ist das Interesse der Schweizer Bevölkerung an Vorsorgethemen unvermindert hoch. Es bestehen aber immer noch grosse Wissenslücken: So kennt fast ein Viertel der Umfrageteilnehmer nicht einmal die eigene Pensionskasse. Knapp die Hälfte weiss immer noch nicht, dass der Umwandlungssatz zur Berechnung der jährlichen Altersrente dient. Vielen Versicherten ist auch nicht bewusst, dass das Vermögen in der beruflichen Vorsorge ihr Eigentum ist und gewisse Verfügungsrechte bestehen. Bei der Auffangeinrichtung BVG warten per Ende 2014 sogar vergessene Guthaben in Höhe von 2,7 Mrd. Franken auf ihre Besitzer.

Dabei ist das 2. Säule Vermögen für die Mehrzahl der aktiven Erwerbstätigen in der Schweiz der wichtigste Vermögensteil. Hier werden von Pensionskassen und anderen 2. Säule-Institutionen mittlerweile mehr als 700 Mrd. Franken verwaltet. Nach wie vor ist der jährliche Sparprozess in der 2. Säule höher als der durch die ausbezahlten Altersleistungen verursachte Liquiditätsabfluss. Entsprechend dürfte dieser Kapitalstock auch in den nächsten 15 Jahren stark anwachsen und sich auf 1‘500 Mrd. Franken mehr als verdoppeln.

Um bei der breiten Bevölkerung das nötige Verständnis für die Zweite Säule sowie für die dringend nötigen Reformen in unserem Vorsorgesystem zu stärken, muss das entsprechende Wissen gefördert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde von diversen Interessengruppen das Bildungsprojekt „Fit for Pension“ lanciert. Die Initianten schlagen ausserdem vor, dass die bestehenden Freiheiten in der 2. Säule nicht abgebaut, sondern im Gegenteil weiter auszubauen sind. So sollen auch selbständig Erwerbende ohne eigenes Personal und ohne Berufsverband ihre Pensionskasse frei wählen können.